Vor einigen Wochen meldete sich Johnny „Bee“ Badanjek, ein langjähriger Weggefährte von Nils und gratulierte uns zu www.nilsforum.com.
Bereits mit 16 Jahren hat Bee bei „Mitch Ryder & The Detroit Wheels“ Schlagzeug gespielt und dabei eines der drei besten Drumsbreaks in der Geschichte des Rock hervorgebracht, laut dem Rolling Stone Magazine (in "Devil With A Blue Dress"). Nachdem die Band sich 1967 auflöste, spielte Bee mit den Großen des Rock, wie z. B. Edgar Winter, Alice Cooper, Bob Seger, und natürlich Nils Lofgren, um nur einige zu nennen.
Wir sind stolz, dass Bee spontan ein wenig Zeit gefunden und uns für ein kleines Interview zur Verfügung gestanden hat. Vielen Dank, Bee!
Hallo Bee! Vielen Dank, dass du uns ein wenig über dich und deine Zeit mit Nils erzählen möchtest. Gerne, ich bin immer wieder froh, ein paar Worte über Nils sagen zu können.
Letzte Woche war ich in Barcelona und habe mir das Konzert von Bruce Springsteen und der E Street Band angeschaut. Ich habe mich richtig gefreut, als sie einen meiner Lieblingssongs gespielt haben: Das "Devil with a blue dress" Medley, auch bekannt als "Detroit Medley". Was denkst du darüber, dass Bruce dieses Medley spielt, das ja diesen berühmten Drumbreak von dir enthält? Ich denke, Bruce und die E Street Band haben was Tolles aus dem Detroit Medley gemacht. Und ich glaube, dass sie damit einem ganz neuen Publikum diesen Song nahebringen. Ich meine damit Leute, die zu jung sind, um “Mitch Ryder and the Detroit Wheels” noch zu kennen. Ich glaube, es war Max, der mit diesem Song zu Bruce kam und mit ihm darüber sprach, ob die E Street Band ihn nicht live spielen sollte.
Hast du selbst jemals Bruce und die E Street Band live gesehen, als sie diesen Song spielten? Ich hatte das Glück, Bruce und die E Street Band in den 80ern in Detroit zu sehen, wo sie auch das Detroit Medley spielten. An diesem Abend kam Mitch dazu und hat es mit Bruce zusammen gesungen. Das war in der Joe Louis Arena.
1992 hast du auf Nils’ Album “Crooked Line” Drums gespielt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Eines Abends, 1985 oder 1986, bekam ich einen Anruf von Bruce´s Büro, die E Street Band war damals gerade auf der Born in the USA Tour. Sie sagten, die Band käme in die Stadt und fragten mich, ob ich nicht Lust hätte, mit ihnen was trinken zu gehen. Als ich in das Hotel kam, waren aber alle zu müde dazu und der einzige, der mitgehen wollte, war Nils. Auf dem Weg zum Club erzählte mir Nils, dass er momentan für eine Tour durch Europa eine Band zusammenstellt, aber noch keinen Drummer hat. Ich sagte ihm, dass ich dafür Zeit und Lust hätte und gerne mitkommen würde. Nun, Nils und ich hatten noch nie zusammen gespielt und er wusste ja auch nicht, ob ich denn überhaupt Drums spielen konnte. Also stiegen wir kurzerhand auf die Bühne dieses Clubs, wo gerade einige meiner Freunde spielten und jammten zusammen einige Songs. Wir spielten zwei Songs, die zusammen 45 Minuten dauerten und das Publikum drehte ab. Es war ein ganz besonderer Abend, jeder war glücklich. Nils sprach mit seinem Manager und noch am gleichen Abend bekam ich einen Anruf, dass Nils begeistert wäre wenn ich mit auf die Tour nach Europa gehen könnte. Nils bekam eine großartige Band zusammen: Sein Bruder Tommy am Keybord, Nils an der Gitarre, Wornell Jones am Bass, Stuart Smith an der Gitarre, Larry Graig am Keybord und ich am Schlagzeug. Es endete damit, dass wir eine Live-Aufnahme in London im Hammersmith Odeon produzierten: “Code of the Road”. Bee, mich würde nun interessieren, wie die Aufnahmen zu “Crooked Line” verliefen. Nils hatte zu der Zeit ein Haus in Washington D.C und die Band war dort und arbeitete in seinem Tonstudio im Keller. Nils hat alle seine neuen Songs und Ideen auf einem selbst aufgenommenen Demo-Band gesammelt. Für die Aufnahmen sind wir immer sehr nahe an seinem Original geblieben. Aber er ließ uns schon eine gewisse Freiheit, uns selbst mit einzubringen. Nils sieht sich selbst gerne als einen Bluesman. Damit meine ich, er ist jederzeit offen für neue Ideen. Er mag es, Sachen so zu spielen, wie sie ihm gerade in den Sinn kommen.
„Crooked Line“ ist eines meiner Lieblingsalben von Nils. Ganz besonders mag ich diese Art, wie du diese Rhythmen von „Blue skies“, „You“ oder „New kind of freedom“ spielst, wo man sich einfach nur zurücklehnen möchte. Ich liebe „Crooked Line“ und das Spielen zusammen mit Nils auf dem Album und der Tour. Ich denke, er ist ein teuflisch guter Songschreiber und ein begnadeter Gitarrist. Und die Songs auf „Crooked Line“ bleiben in deinem Kopf. Nils hat ein Faible für Melodien. Ich denke, es ist eine Schande, dass die Radiostationen manchmal eine der besten CDs ignorieren. Neil Young mochte die Drums von „You“ und fragte Nils, ob er die Telefonnummer des Drummers (also meine) haben könne. Nils hat nein gesagt.
Du hast ja auch die anschließende Tour mitgespielt. Gab es da die eine oder andere Story, von der du uns berichten magst? Eine Tour-Geschichte… lass mich überlegen. Eines Abends spielten wir in Paris. Dire Straits und Level 42 waren im gleichen Hotel wie wir und wir haben unten an der Bar Party gemacht. Jack Sonni und Nils tranken Champagner und Ouzo und ich trank Cabernet. Unser nächster Auftritt war in München, meine Lieblingsstadt in Deutschland und Nils wollte nach einem Interview am nächsten Tag dort hinfliegen. Ich sagte, die Band könne doch heute schon hinfahren und Nils dann morgen dort treffen. In München wollte ich Nils den „Sugar Shake“ zeigen, wo Freddie Mercury und Queen immer rumhängen, das wäre doch großartig. Für Nils war es in Ordnung, aber wir sollten keinen Blödsinn machen. Jack Sonni musste am nächsten Tag zurück nach London und durch den Zoll am Flughafen. Er hatte noch ein wenig Gras dabei, das er da natürlich nicht mitnehmen konnte. Also gab er es uns. Der Busfahrer und wir waren uns einig, gleich loszufahren, die Nacht durchzufahren und Party zu machen. Irgendwann wurden wir jedoch müde, krochen in unsere Kojen und schliefen ein. Nach sieben Stunden Fahrt waren wir an der Grenze zu Deutschland. Wir wurden von den deutschen Zöllnern aufgefordert, auszusteigen und unsere Taschen mit rauszunehmen. Wir mussten einer nach dem anderen in einen kleinen Raum, und sie durchsuchten unsere Sachen, unsere Kojen im Bus und brachten schließlich den Bus in eine Garage und nahmen ihn auseinander. Und das alles nur, weil irgendjemand den Filter einer Haschzigarette in einem Blumentopf vergessen und die Polizei den gefunden hat. Wir haben neun Stunden damit verbracht, herumzusitzen und Fragen zu beantworten. Dann kamen einige höhere Beamte dazu uns fragten uns noch mehr. Erst als sie mitbekommen haben, dass wir zusammen mit Nils Lofgren von Bruce‘s E Street Band unterwegs sind sagten sie, dass wir nun gehen können. Wir waren mittlerweile am Verhungern, fanden in der Nähe ein Restaurant und aßen. Dann sahen wir zu, dass wir nach München kamen, gabelten Nils auf und fuhren zum „Sugar Shake“. Dort fragten wir den DJ, ob er „Lust for Life“ von Iggy Pop auflegen könne; Musik aus Detroit, die gerade gut zu dieser Geschichte gepasst hat.
Hast du einen Song auf der Tour besonders gerne gespielt? Nur einige meiner Lieblingslieder von Nils auszuwählen ist eine schwierige Sache. Das sind zu viele. Ich mag die älteren Sachen wie z. B. „No Mercy“ oder „Shine silently“, „Across the tracks“, „Back it up“, „Keith don´t go”, “Secret in the Streets”. Und von der “Crooked Line”-CD mag ich “A child could tell”, “Blue Skies”, “You” und “Tears on Ice”. Was machst du lieber? Im Studio neue Songs aufnehmen oder Live vor Publikum spielen? Studio oder Live? Ich mag beides... Wenn du live spielst, hast du das Publikum direkt vor dir und alles Mögliche kann passieren. Im Studio hast du dazu noch die Chance, etwas auszuprobieren und diese drei Minuten der Magie einzufangen, die einen großartigen Song ausmachen und ihn zu einem Klassiker und zu einem Hit im Radio werden lassen.
Letzte Frage Bee, mit welchen Künstlern würdest du gerne in der Zukunft zusammen arbeiten? Ich habe live und im Studio mit vielen Leuten zusammen gespielt, aber mit einigen von ihnen würde ich ganz besonders gerne wieder etwas aufnehmen: Ronnie Wood, David Bowie, Paul McCartney und Nils nochmal, das wäre toll.
Nochmals vielen Dank für das Interview.
Bitte besucht Bees Internetseite www.johnny-bee.com um mehr über diesen legendären Schlagzeuger zu erfahren.
Nils und das Trampolin
Dienstag, den 29. Juli 2008 um 18:05 Uhr
Wer wie wir fleißig die Tour von Nils und der E Street Band verfolgt wird im Stone Pony London sicherlich darüber gestolpert sein, dass dort bei der Setlist vom 28.07.2008 im Giants Stadium folgendes zu lesen ist:
Kurz darauf wird gepostet 16. Mary's Place (knee slide)
Nachdem ja klar ist, dass Bruce bei Mary's Place seinen Knie-Rutscher macht, kann man hier fast vermuten, dass Nils seit langer Zeit wieder einmal seinen berühmten Flip gebracht hat. Auf der Born in the U.S.A.-Tour sah das noch so aus:
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Bisher ist auf Youtube noch kein Video der gestrigen Show aufgetaucht. Wenn es jemand findet: Postet den Link doch bitte im Forum.
Update: Zwischenzeitlich sind ein paar Aufnahmen aufgetaucht. Kein Trampolin, dafür aber ein Purzelbaum und das unserer Meinung nach bisher beste Solo auf der Magic-Tour:
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Nils Notes vom 27.07.2008
Montag, den 28. Juli 2008 um 16:07 Uhr
Nils hat sich in seinen Notes vom 27.07.2008 gemeldet. Er ist nun zurück in den USA und ganz aufgeregt, weil noch ein paar Shows mit der E Street Band anstehen.
Ein paar versäumte Anworten holt er nach: Ja, das Intro zu Wondering (auf seiner neuen CD „Nils sings Neil“) ist das Intro von Everybody´s missing the sun. Ursprünglich wurde es während den After the Goldrush-Session aufgenommen, Nils saß damals am Piano. Er kann sich aber nicht erinnern, für welchen Song er dieses Intro ursprünglich geschrieben hat. Möglicherweise wird es auch auf der nächsten Compilation zu finden sein. Wonderin' war ein so genannter First Take, also eher ein Experiment und nicht wirklich durchdacht. Und die Kinderstimme bei Soft Fun gehört Donnie Stewart. Nils meint, Donnie sei zur Zeit der Aufnahme fünf Jahre alt gewesen.
Weiterhin bedankt er sich bei Kian für ein großartiges Fotoalbum als Geburtstagsgeschenk. Und ebenso das coole bemalte T-Shirt, allerdings weiß er hier nicht, von wem es ist, aber es sei wunderschön!
Er bedankt sich bei allen und wird sich bald wieder melden. Übrigens steht sein Truck immer noch bei eBay zum Verkauf.
Nils in Barcelona
Dienstag, den 22. Juli 2008 um 15:41 Uhr
Für das Abschlusskonzert der Europatour 2008 der E Street Band in Barcelona brachte Bruce einige Raritäten auf die Bühne. Neben I'm goin' down - das sich ein Fan per LED-Laufschrift wünschte - und dem energiegeladenen Light of day fiel vor allem der Dreier This hard land / Youngstown / Murder Inc. als eine Einheit auf. Und Nils konnte hier wieder einmal seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Bei This hard land spielte Nils eine wunderschöne Slide-Gitarre, die mit Bruce' Mundharmonika im Duett spielte. Wir konnten von der Tribüne aus eine ansehliche Aufnahme davon machen, die auch vom Ton her nichts zu wünschen übrig lässt:
Zum Solo von Youngstown hat Nils ja schon auf seiner Internetseite einiges geschrieben, er wollte es ja auch im Rahmen seiner Gitarrenschule im Detail veröffentlichen. Leider ist dies noch nicht erfolgt, dafür konnten es die 80.000 im Camp Nou live erleben. Und wer nicht dort war: Wir haben es für euch aufgenommen, viel Spaß!
Vielen Dank an alle, die direkt aus dem Camp Nou ihre Bilder gesendet haben und damit den Daheimgebliebenen ein Stückchen von der Stimmung und dem warmen Wetter vermitteln konnten.